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Safety

Die GPK informiert

Kosten durch Nadelstichverletzungen

gpk-safety-nadelstichverletzungIm Gesundheitsdienst zählen Nadelstichverletzungen (NSV) zu den häufigsten Arbeitsunfällen. Während in der Chirurgie meist Verletzungen an massiven Instrumenten im Vordergrund stehen, kommt es in anderen Bereichen überwiegend zu Verletzungen an Hohlnadeln, sogenannten Kanülenstichverletzungen (KStV).
Mit Nadelstichverletzungen sind vielfältige Risiken verbunden, im Vordergrund der Diskussion stehen dabei meist Infektionen und psychische Folgen bis hin zur posttraumatischen Belastungsstörung, ausgelöst durch die Angst vor einer möglichen Infektion.

Ein weiterer Aspekt des Risikos sind jedoch auch die Kosten, die durch diese Verletzungen entstehen. Hierbei gilt es, zwischen gemeldeten Nadelstichverletzungen und nicht gemeldeten Nadelstichverletzungen zu unterscheiden. Während bei den gemeldeten Nadelstichverletzungen in erster Linie die Kosten durch die nach der Exposition notwendigen Prozesse im Vordergrund stehen, resultieren aus den nicht gemeldeten Verletzungen einige Serokonversionen und Erkrankungen, deren Langzeitkosten für diese Kategorie zu berücksichtigen sind.

Quelle: ErgoMed/Praktische Arbeitsmedizin 3/2011 (35) S.8–12

European Biosafety Network informiert

EU Rahmenvereinbarung zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen unterzeichnet

Noch immer zählen Verletzungen durch spitze und/oder scharfe Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor zu den großen Gefahren für Beschäftigte in diesem Bereich.
Am 17. Juli 2009 wurde daher von Vertretern der europäischen Sozialpartner (EGÖD* für die Arbeitnehmer und HOSPEEM** für die Arbeitgeber im Gesundheitswesen) eine europaweit verbindliche Rahmenvereinbarung zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen unter-zeichnet. Zum 1. Juli 2010 wurde diese Vereinbarung auch als Direktive der Europäischen Union verabschiedet.

*EGÖD = Europäischen Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst
**HOSPEEM = Europäischen Arbeitgebervereinigung für Kliniken und Gesundheitswesen

Weitere Informationen zum European Biosafety Network:
www.europeanbiosafetynetwork.eu

Prof. Dr.-Ing. Andreas Wittmann, Fachgebiet Technischer Infektionsschutz
Bergische Universität Wuppertal, Abteilung Sicherheitstechnik, Gaußstraße 20, 42119 Wuppertal
andwitt@web.de

Nadelstichverletzungen vermeiden!

Verletzungen vermeiden

Zweihändiges Recapping verboten

Schutzhülle zur Kanülensicherung

Von Andreas Wittmann
Die Verletzungen an benutzten spitzen und oder scharfen Gegenständen gehören wegen der mit Ihnen verbundenen Infektionsgefahr zu den großen Risiken für Beschäftigte im Gesundheitsdienst. Durch derartige Blut-zu-Blut-Kontakte können nahezu alle bekannten Krankheitserreger übertragen werden, allerdings spielen drei Erreger bei Nadelstichverletzungen (NSV) eine unrühmliche Hauptrolle: Die Erreger der Hepatitis B, der Hepatitis C und das HI-Virus.

Verhütung von Stich- und Schnittverletzungen

Untersuchungen der über die für Anwender kostenlosen Software EPINet™ gemeldeten Nadelstichverletzungen zeigen, dass heute das Pflegepersonal noch stärker betroffen ist als das ärztliche Personal. Eigene Untersuchungen zeigen, dass pro Beschäftigten mit ungefähr einer Nadelstichverletzung alle zwei Jahre zu rechnen ist, wovon allerdings nur ein kleiner Teil den zuständigen Stellen gemeldet wird. Eine sehr große Anzahl dieser Verletzungen ereignet sich bei der Entsorgung gebrauchter Nadeln oder sind Folge von unsachgemäßer 
Zum Schutz vor blutübertragbaren Viren gelten die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes, der Biostoffverordnung, so wie der dazugehörigen Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA). 
Nach den Vorgaben der TRBA 250 ist der Einsatz von sogenannten Sicheren Instrumenten vorgeschrieben! 
Mittlerweile bietet die Industrie vielfältige Instrumente für perkutane Eingriffe an, bei denen ein deutlich geringeres Risiko für Stich und Schnittverletzungen besteht. Diese Sicheren Instrumente bedienen sich unterschiedlichster Mechanismen, von einfachen klappbaren Schilden über aufwändige Retraktionssysteme, bei denen benutzte Kanülen durch Federkraft in Gehäuse gezogen werden bis zu Entschärfungsmechanismen, die das benutzte Instrument direkt nach Gebrauch unschädlich machen.
Ein weiterer Aspekt des Risikos sind jedoch auch die Kosten, die durch diese Verletzungen entstehen. Hierbei gilt es, zwischen gemeldeten Nadelstichverletzungen und nicht gemeldeten Nadelstichverletzungen zu unterscheiden. Während bei den gemeldeten Nadelstichverletzungen in erster Linie die Kosten durch die nach der Exposition notwendigen Prozesse im Vordergrund stehen, resultieren aus den nicht gemeldeten Verletzungen einige Serokonversionen und Erkrankungen, deren Langzeitkosten für diese Kategorie zu berücksichtigen sind.

Den vollständigen Text von
Dr.-Ing. Andreas Wittmann
Bergische Universität Wuppertal
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